50 Kanon Fenster im Museumpark

50 Kanon Fenster im Museumpark

Der Kanon der Niederlande verschafft anhand von 50 wichtigen historischen Ereignissen, Personen, Texten, Kunstwerken und Gegenständen einen Überblick über die Geschichte der Niederlande. Im Holland Erlebnismuseum wird die niederländische Geschichte in all ihren Facetten lebendig. Der ausgedehnte Museumpark bietet für Jung und Alt einen unvergesslichen Tag. Hier erfahren Sie, wie die Geschichte unseres Alltags mit großen historischen Ereignissen zusammenhängt.

Ein Eindruck von der Ausstellung „Kanon der Niederlande“

Kanonpräsentationen im Museumpark

Im Museumpark werden vier(!) neue Kanonpräsentationen gezeigt. In bereits vorhandenen historische Gebäuden wird die Geschichte in ein neues Licht gerückt. So bekommt Karl der Große mittels seines Capitulare de villis einen Platz am Klostergarten und in der Schule aus Lhee wird der Zusammenhang zwischen Bildung und Kinderarbeit verdeutlicht. Im Gebäude des Grünen Kreuzes begegnen Sie Willem Drees, dem Begründer unseres Wohlfahrtsstaats, während im Rietveld-Ferienhaus die Künstlerbewegung De Stijl näher betrachtet wird.

 

Karl der Große

Im Ausstellungsraum beim Kräutergarten finden Sie eine Präsentation über Karl den Großen, den wichtigsten Fürsten des frühen Mittelalters. Im Jahr 800 krönt der Pabst ihn zum Kaiser des Westens. Unter seiner Führung entsteht in einem großen Teil Europas eine geordnete Gesellschaft. Die Präsentation illustriert die Aufsicht über die Verwaltung durch die umherreisende Regierung und die ihnen gebotenen Annehmlichkeiten. Karl, die Königin und die Königsboten finden überall Quartier. Dank Karls Anweisungen haben sie einen Platz zum Schlafen, bekommen sie zu essen und können sie sich darauf verlassen, Arzneimittel zu bekommen, falls sie einmal krank werden. Der Klostergarten im Museum ist eine Rekonstruktion eines Gartens von Anfang des 9. Jahrhunderts nach einem Gedicht von Abt Walafried des Klosters in Reichenau. Die meisten (heilkräftigen) Pflanzen in diesem Garten stehen im Capitulare de Villis, einer der Verordnungen Karls des Großen, die unter anderem eine Liste mit Pflanzen enthält, die in den Gärten der königlichen Domänen vorhanden sein müssen. Wir zeigen, dass nicht nur das kaiserliche Gefolge, sondern auch die örtliche Bevölkerung von diesen Annehmlichkeiten profitierte.

 

Willem Drees

Im Gebäude des Grünen Kreuzes aus Wessem in Limburg stellen wir Willem Drees vor, den Begründer unseres Wohlfahrtsstaats. Nach dem Vorbild des englischen Welfare State (1942) übernimmt der Staat nicht nur die Verantwortung für Beschäftigung und soziale Sicherheit, sondern auch für medizinische Versorgung, Wohnungswesen und Bildung. Wohnen Sie einem Propaganda-Abend des Grünen Kreuzes bei und lassen Sie sich in die 50er Jahre zurückversetzen!

 

De Stijl

Im Ferienhaus aus Markelo – nach einem Entwurf von Gerrit Rietveld – hält eine Familie ein Woche Urlaub. Durch ein Fernglas können Sie ihr Leben heimlich beobachten. Wohnen ist eine Tätigkeit – es erfordert denn auch viel Tatkraft, um das Wohnzimmer in ein Schlafzimmer zu verwandeln. Die Atmosphäre ist nüchtern und nicht wirklich gemütlich, aber nach einer Weile sieht man, wie clever das Haus und die Einrichtung entworfen wurden.

 

Kampf gegen Kinderarbeit

Mit einem neuen Gesetz wird 1874 die Kinderarbeit von unter 12-Jährigen in Werkstätten und Fabriken verboten. Auf dem Lande arbeiteten die Kinder jedoch weiterhin, vor allem im Sommer. In der Schule aus Lhee sieht man, wie arme Kinder im Sommer jäten, säen und ernten. Wer Eltern hat, die auf die Arbeitskraft ihrer Kinder verzichten können, hat nach den Sommermonaten einen Vorsprung im Lesen, Schreiben, Rechnen und in Bibelkunde. Damit hatte man bessere Chancen, dem kargen Leben im ländlichen Drenthe zu entfliehen. Erst mit Einführung des Lernpflichtgesetzes von 1901 beginnt sich dies allmählich zu ändern.

 

Die Krisenjahre

Im Herbst 1929 bricht die Weltwirtschaft ein. Aktienkurse rauschen in den Keller, Unternehmen gehen in Konkurs und machen dicht, das Personal wird arbeitslos. Die niederländische Regierung gibt sich keine Mühe, die Wirtschaft anzukurbeln. Die Arbeitslosenziffer in den Niederlanden steigt zwischen 1928 und 1935 von 125.000 über 160.000 (1929) und 282.000 (1931) auf 594.000 an. In der Landwirtschaft zeichnet sich die weltweite Wirtschaftskrise der 30er Jahre jedoch bereits 1925 ab. Ab 1925 fallen die Preise auf dem Weltmarkt infolge von rückläufigem Konsum und Überproduktion. Dadurch erwirtschaftet der durchschnittliche Agrarbetrieb in den Niederlanden von 1926 bis 1937 Verluste. Fest angestellte Landarbeiter verdienen mehr als ihre Arbeitgeber. Auch die Bauern in der Region Oldambt leiden unter der Krise, weil die Preise für ihre Erzeugnisse sinken. Zugleich fordern Landarbeiter höhere Löhne und eine bessere Entlohnung für Frauen und Jugendliche. Am 1. Mai 1929 kommt es zu einem Streik, der fünf Monate dauert. Einige Bauern geraten in finanzielle Not und müssen ihr Inventar verkaufen. Dazu wird oft ein „Boeldag“, eine öffentliche Versteigerung, organisiert. Das Theaterstück „Boeldag in Beerta“ vermittelt, wie ein treuer Bauernknecht es erlebt haben muss, den Hausrat des Gutsherren verkaufen zu müssen.

Ontdek de Canon van Nederland in 2017