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WesterstraatHinter diesen Häusern des Stadtviertels Jordaan stehen die Reste dreier Arbeiterwohnungen aus dem 18. Jahrhundert. Der Pottenbakkersgang [die enge Töpfergasse] zwischen den Vorderhäusern führt zu diesem Armenviertel. Von den vielen Gassen des Jordaans, ist nur diese übrig geblieben. Die Gemeinde Amsterdam schenkte dem Niederländischen Freilichtmuseum dieses besondere kulturelle Erbe, als es vor Ort nicht erhalten werden konnte. Diese Elendswohnungen zeigen das Leben im Jordaan über die Jahrhunderte hinweg. Am Kai ist ein Postamt, eine Türkenpension und ein Lokal zu besichtigen. Der rote Faden ist das ständige Kommen und Gehen der Jordaan-Bewohner. Mit den Filmportraits im ersten Stock wird das Thema des roten Fadens vertieft. Die Töpfergasse, 2001 Die Töpfergasse [Pottenbakkersgang] wurde nach den Töpfern benannt, die hier im 17. Jahrhundert arbeiteten. Solche schmalen Gassen führen zu den für die Arbeiter bestimmten Hinterhofwohnungen. Durch die Überbevölkerung und die Armut verfallen sie im 19. Jahrhundert. In der Töpfergasse wohnen um 1900 neun Familien unter schlechten Bedingungen. Die Gasse wurde so, wie sie 2001 aussah, wieder aufgebaut. Die Wand-Graffiti zeigt vier Themen: Amsterdam im Goldenen Zeitalter, der Jordaan als Neubauviertel, die Geschichte der Zuwanderer und Aletta Jacobs, die erste Hausärztin in den Niederlanden. Sie hält im Jordaan Gratis-Sprechstunden für die Armen ab. Letztes Thema ist der Schatz der Töpfergasse: Elendswohnungen als Erbe. 2001 beschließt Amsterdam den Abriss der Elendswohnungen in der Töpfergasse [Pottenbakkersgang]. Dies führt zu lebhaften Diskussionen, denn das seltene Erbe ist illustrativ für die Lebensumstände der Arbeiter vom 17. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Bis 1900 sind überall in den Niederlanden verwohnte, übervölkerte Elendswohnungen zu finden. Ab 1901 sorgt das Wohnungsbaugesetz dafür, dass sie allmählich durch bessere Arbeiterwohnungen ersetzt werden. Die lange Zeit gängige Unterkunft für die Armen ist selten geworden. Dieses einmalige Erbe der Armut ist die harte Realität hinter dem Idyll des gemütlichen Jordaans. Zusammen mit der Gemeinde Amsterdam hat man die Wohnungen bauhistorisch und archeologisch ausgewertet, abgerissen und ins Museum verlegt. Sie vermitteln ein Bild des verwahrlosten Zustands und der Atmosphäre anno 2001. Die Türkenpension, 1970 Durch den größeren Wohlstand nimmt ab 1960 der niederländische Bedarf an Arbeitskräften zu. Nach deutschem Beispiel werben Betriebe Gastarbeiter in der Türkei an. Ein Anwerbungsvertrag mit der Türkei regelt ihr Kommen. Viele türkische Arbeiter kommen in den Jahren 1964 bis 1967 nach den Niederlanden. Das ehemalige Tapetengeschäft von Gasman dient 1970 als Gastarbeiter-Pension. Hier wohnen auch Arbeiter aus anderen Ländern, doch der Volksmund nennt sie „Türkenpension“. Bei der Einrichtung dieser Pension ließ man sich von den Bildern des Fotografen Koen Wessing in der „jordanischen“ Pension „De Tijdgeest“ inspirieren. Sie zeigen das alltägliche Leben türkischer Arbeiter. Wie sie wohnen, wie ihr Alltag aussieht, ihre Wünsche, Träume, Erinnerungen und Erfahrungen. Café Tante Stien, 1974 Der Jordaan hat um 1975 Dutzende von Gaststätten. Opernliebhaber gehen gern zu den „Twee Zwaantjes“, zu Co Meijer kommen „feste Cliquen“, um Billard zu spielen, und wenn spannende Geschichten gefragt sind, ist man beim Pfeife rauchenden Onkel Herman auf dem Noordermarkt genau richtig. Diese Gaststätte geht auf das kleine Nachbarschaftslokal aus der Lindenstraat „De Koevoet“ zurück. Hier schwingt Tante Stien lange Zeit das Zepter. 1972 übernimmt Frank Reinbergen das Lokal. Mit preiswerten Mahlzeiten lockt er Studenten an. „De Koevoet“ beherbergt dann eine gemütliche Mischung aus alten „Jordanezen“ und neuen Gästen. Die Schnapsgläser sind hier übervoll, und am Sonntagnachmittag erklingen zum Akkordeon laut Amsterdamer Schlager. Das Postamt, 1957 Bis weit in die achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts hinein hat jedes Stadtviertel ein eigenes Postamt. Das Postamt ist ein reger Knotenpunkt für die Kommunikation und den Geldverkehr. Kunden besuchen das Postamt nicht nur um Briefmarken zu kaufen und Pakete zu versenden. Sie bezahlen auch ihre Rechnungen, heben Geld ab, zahlen Geld auf das Reichssparbuch ein und tauschen Gulden in andere Währungen um. Sie versenden Telegramme, telefonieren und bezahlen ihre Rundfunkgebühren. Hier finden Sie noch Spuren der drei Hauptaufgaben der Post: PTT = Post-, Telegrafen- und Telefonverwaltung. Die Postfächer zeugen von der dynamischen Betriebsamkeit im Jordaan der fünfziger Jahre. Zur�ck zur Geb�ude�bersicht |
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